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Informationen für medizinische Fachkräfte

Calcibon®

Calcibon® ist ein synthetisches, biodegradierbares Knochenersatzmaterial auf Kalziumphosphat-Basis.

Es dient der Auffüllung von metaphysären, spongiösen Knochendefekten. Das Material wird im Operationssaal aus einem Flüssigkeits- und einem Pulveranteil angemischt. Die entstehende Paste wird sofort appliziert und härtet in-situ aus. Das Endprodukt entspricht in seiner chemischen Zusammensetzung und kristallinen Struktur dem mineralischen Anteil des Knochens.

Merkmale

  • hohe Kompressionsfestigkeit (bis zu 60 MPa)
  • synthetisches, osteokonduktives Knochen-
    ersatzmaterial auf Kalziumphosphat-Basis
  • modellierbare Paste die in-situ aushärtet
  • keine Wärmeentwicklung während der Aushärtung
  • Applikation in blutende Defekte möglich
  • Biodegradation durch zellvermittelte Prozesse

Das Material
Calcibon® besteht aus einem Flüssigkeits- und einem Pulveranteil, die direkt vor der Applikation zu einer modellierbaren Paste angemischt werden. Das Calcibon®-Pulver wird aus Kalzium- und Phosphatsalzen synthetisiert. Es besteht aus alpha-Tri-Kalziumphosphat, Kalziumhydrogenphosphat, Kalziumcarbonat und präzipitiertem Hydroxylapatit. Die Calcibon®-Flüssigkeit ist eine wässerige Di-Natriumhydrogenphosphat-Lösung. Sie initiiert als Starterlösung den Abbindeprozess der Paste. Diese härtet bei Körpertemperatur ohne Wärmeentwicklung aus. Das Endprodukt ist ein mikrokristallines, karbonatisiertes, kalziumdefizientes Hydroxylapatit, das in seiner chemischen Zusammensetzung und kristallinen Struktur dem mineralischen Anteil des natürlichen Knochens entspricht. Während des Abbindeprozesses nimmt die Kompressionsfestigkeit des Materials zu. Bereits nach 6 Stunden ist die Druckfestigkeit vergleichbar mit der von spongiösem Knochen. Die finale Festigkeit wird nach 3 Tagen erreicht und beträgt bis zu 60 MPa.

Die Indikationen
Calcibon® ist zur Auffüllung und Rekonstruktion von nicht-infizierten, metaphysären, spongiösen Knochendefekten bestimmt. Diese Knochendefekte können durch ein Trauma, einen gutartigen Tumor oder einen chirurgischen Eingriff entstanden bzw. angeboren sein. Die Paste, als die Calcibon® appliziert wird hat die ideale Konsistenz für die einfache und schnelle Auffüllung von Knochendefekten. Das Material wird einmalig implantiert und verbleibt bis zur Biodegradation am Implantationsort.
In Abhängigkeit von der Indikation ist eine korrekte Reposition und adäquate Osteosynthese wie bei der Anwendung von autologem Knochentransplantat durchzuführen.

Bewährte Indikationen für Calcibon®:

  • Tibiaplateaufraktur
  • distale Radiusfraktur
  • Calcaneusfraktur

Literatur:
(1) Driessens FCM, Boltong MG, Wenz R. Calcium phosphate bone cements: State of the art 2000. 12th Conference of the European Society of Biomechanics, Dublin, Ireland, 27-30th August 200

(2) Hillmeier J, Meeder PJ, Nöldge G, Kasperk C. Minimally invasive reduction and internal stabilization of osteoporotic vertebral body fractures (Balloon Kyphoplasty). Operat Orthop Traumatol 2003; 15: 343-362

(3) Hillmeier J, Meeder PJ, Nöldge G, Kock HJ, Da Fonseca K, Kasperk C. Augmentation von Wirbelkörperfrakturen mit einem neuen Calciumphosphat-Zement nach Ballon-Kyphoplastie. Orthopäde 2004; 33: 31-39

(4) Hillmeier J, Grafe I, Da Fonseca K, Meeder PJ, Nöldge G, Libicher M, Kock HJ, Haag M, Kapserk C. Die Wertigkeit der Ballonkyphoplastie bei der osteoporotischen Wirbelkörperfraktur. Orthopäde 2004; 33: 893-904

(5) Linhart W, Briem D, Peters A, Lehmann W, Windolf J, Rueger JM. Resorbierbare Kalziumphosphatzemente. Trauma Berufskrankheit 2004; online: 29. Oktober

(6) Ooms EM, Wolke JGC, Jansen JA. Evaluation of a high strength calcium phosphate bone cement. 6th World Biomaterials Congress, Hawaii, USA, 15-20th May 2000

(7) Ooms EM, Wolke JGC, van der Waerden JPCM, Jansen JA. Trabecular bone response to injectable calcium phosphate (Ca-P) cement. J Biomed Mater Res 2002; 61: 9-18

(8) Ooms EM, Wolke JGC, van de Heuvel MT, Jeschke B, Jansen JA. Histological evaluation of the bone response to calcium phosphate implanted in cortical bone. Biomaterials 2003; 24: 989-1000

(9) Ooms EM, Egglezos EA, Wolke JGC, Jansen JA. Soft-tissue response to injectable calcium phosphate cements. Biomaterials 2003; 24: 749-757

(10) Schnettler R, Stahl JP, Alt V, Pavlidis T, Dingeldein E, Wenisch S. Calcium phosphate-based bone substitutes. Eur J Trauma 2004; 30: 219-229

(11) Wolke JGC, Wenz R, Ooms EM, Boltong MG, Driessens FCM, Jansen JA. Physicochemical properties, composition and in vivo resorption behaviour of a high strength calcium phosphate cement. Concepts and clinical applications of ionic cements. 15th European Conference on Biomaterials, Arcachon, Bordeaux, France, 1999

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