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Bis zum heutigen Tag stellt die Bildung von unerwünschten Adhäsionen ein weitgehend ungelöstes Problem dar. Vor allem können chirurgische Eingriffe Verwachsungen verursachen, z. B. zwischen Muskeln, Muskeln und Sehnen als auch zwischen Nerven oder anderen Geweben.
Die neue resorbierbare Adhäsionsbarriere Mesofol® hat die europaweite Zulassung erhalten und wird ab Juni 2004 zur Verfügung stehen.
Bei Mesofol® handelt es sich um eine transparente, resorbierbare Folie, die zum Schutz vor postoperativen Adhäsionen zwischen Muskeln, Muskeln und Sehnen bzw. Nerven eingebracht werden kann. Das Implantat besteht aus Polylactid und Caprolacton. Die Bioverträglichkeit ist in zahlreichen Tests nachgewiesen worden. Klinische Anwendungen finden diese Substanzen bereits als Nahtmaterial, Clips, Gewebekissen oder Knochendübel. Der Abbau erfolgt durch Hydrolyse und über den Milchsäurezyklus bzw. Betaoxidation.
Mesofol® kann auch die Gleitfunktion der Faszie übernehmen. Dadurch wird die physiologische, freie Verschiebbarkeit begünstigt, wodurch postoperative Schmerzen verringert werden und Folgeschäden durch Gewebeverklebungen vorgebeugt wird.
Die Folie mit einer Dicke von 40 µm wird in mehreren Größen erhältlich sein, um den Anforderungen der verschiedensten Indikationen zu genügen. Abhängig von der Größe der zu trennenden Gewebe, den lokalen anatomischen Gegebenheiten und Besonderheiten der Gewebe können die entsprechende Anzahl und Größe der Folie gewählt werden. Ebenfalls kann das Material bei Bedarf auf die jeweils benötigte Form zugeschnitten werden. Bei einer Temperatur von 25° wird die Folie weich und flexibel und lässt sich gut anlegen. Sollten die anatomischen Bedingungen nicht ausreichen, um die Folie zu fixieren, kann sie auch mit degradierbaren Nahtmaterialien angenäht werden. In den vorliegenden präklinischen Studien wurde in-vitro und in-vivo eine Degradationszeit von ca. 4 – 6 Wochen festgestellt.
Untersuchungen haben gezeigt, dass Mesofol® bis zum Beginn der Degradation undurchlässig für Mikroorganismen und große Moleküle ist. Mesofol® ist über den für die Pathophysiologie von Adhäsionen relevanten Zeitraum stabil.
Somit wird mit Mesofol® als ein vielversprechendes Produkt zur Vermeidung postoperativer Adhäsionen zur Verfügung stehen.
Literatur:
(1) Porté T et al. (2002) Poster and Abstract 5th International Essen Symposium on Biomaterials: Fundamentals and clinical applications
(2) Portè T et al. (2002) Poster and Abstract, 5. Europäischer Unfallkongress Wien
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(8) Vipond MN et al. (1990) Lancet 335: 1120
(9) Holmdahl L et al. (1996) Surgery 119: 701
(10) Swolin K (1966) Acta Obstet Gynecol Scand 45: 473
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